Antrag: Landesregierung soll Lehrkräftemangel beheben

Derzeit wird an deutschen Schulen flächendeckend eine Entprofessionalisierung des Lehramtes betrieben. Die Abwertung der Arbeit der Lehrer*innen an allen Bildungseinrichtungen nimmt katastrophale Ausmaße an. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, ist auch eine umfassende Information über die zukünftige Entwicklung der Anzahl verfügbarer Pädagog*innen in Hessen und im Landkreis notwendig.

Der Professor für Grundschulpädagogik an der Freien Universität Berlin, Jörg Ramseger, äußerte in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk: “Die Arbeit in der Schule wird nicht mehr bloß durch äußere Umstände wie Ausstattung oder neue Schüler oder schwierige Schüler immer komplizierter gemacht. Sondern wir verzichten inzwischen auch auf ausgebildete Lehrkräfte und arbeiten mit Laien-Pädagogen, die weder von der modernen Grundschul-Pädagogik etwas wissen noch von den Gegenständen, die sie unterrichten sollen. Und das ist natürlich ein erheblicher Eingriff in die Qualität des Bildungssystems, der auch erhebliche Folgen haben wird. Das ist vorhersehbar.”

DIE LINKE im Kreistag missbilligt diese bildungspolitischen Entwicklungen in Deutschland und Hessen. Auch im Landkreis wird der Lehrermangel vor allem an den Grund- und Berufsschulen immer größer. Unterrichtsausfall und der Unterrichtsersatz von fachfremden und pädagogisch nicht ausgebildeten Menschen nehmen zu und gefährden die Zukunftschancen des gesamten Landkreises.

Daher bringt die Fraktion DIE LINKE das Thema in den Kreistag ein. Landesregierung und Landtag sollen dafür sorgen, dass eine ausreichende Anzahl von gut ausgebildeten und besoldeten Lehrer*innen vorhanden ist. Es ist Aufgabe dieser beiden Gremien, den organisatorischen und finanziellen Rahmen für die Ausbildung von Lehrkräften so zu gestalten, dass keine Lücken bei dem Bedarf an Lehrkräften entstehen.